Diagnostik

Viele Personen mit Krankheitsangst suchen eine Vielzahl von (Fach-)Ärzten auf, um ihre körperlichen Symptome abklären zu lassen. Oftmals führen Ärzte dabei umfassende diagnostische Maßnahmen durch, um organmedizinische Ursachen der Symptome zu finden. In der Folge werden häufig medizinische Diagnosen gestellt, die die Beschwerden der Betroffenen jedoch nicht ausreichend erklären können. Manchmal werden sogar entsprechende medizinische Behandlungsmaßnahmen eingeleitet, die zwar symptomatische Beschwerden lindern können, aber nicht an der Krankheitsangst ansetzen. Aufgrund häufiger Ärztewechsel und dem Fokus auf körperliche Beschwerden wird eine Krankheitsangststörung im medizinischen Setting nur selten erkannt. Viele Betroffene leiden mehrere Jahre unter Krankheitsängsten, bevor sie eine Behandlung bei einem/r Psychotherapeuten/in aufsuchen. Hier kann die Diagnose einer Krankheitsangststörung abgesichert werden. Zur Diagnose stehen strukturierte klinische Interviews sowie auch verschiedene Selbstbericht-Fragebögen zur Verfügung.

Therapie

Wird im Rahmen der Diagnostik eine Krankheitsangststörung erkannt, können auf der Grundlage dieser Diagnostik dann gezielte und erfolgsversprechende Therapiemaßnahmen geplant und durchgeführt werden. Die kognitive Verhaltenstherapie ist eine wissenschaftlich gut belegte Methode zur Behandlung von Krankheitsängsten. Die Behandlung setzt an den aufrechterhaltenden Faktoren der Symptome an und zielt auf eine Veränderung des gesundheitsbezogenen Denkens und Handelns ab.

In der ersten Therapiephase werden die Symptome genau abgeklärt, wozu auch eine Kooperation mit dem Hausarzt eingegangen wird. Schrittweise soll dann ein individuelles Erklärungsmodell der Krankheitsängste erarbeitet werden. Damit dieses Modell möglichst vollständig werden kann, empfiehlt es sich, Protokolle über belastende Situationen und Befürchtungen zu führen. Die Betroffenen werden darüber informiert, wie biologische, soziale und psychische Mechanismen bei Krankheitsängsten zusammenspielen.
Da Betroffene häufig unter einer verstärkten Wahrnehmung körperlicher Veränderungen leiden, werden Übungen zur Aufmerksamkeitslenkung eingesetzt. Diese helfen bei der Bewältigung von Körpersymptomen. Des Weiteren werden Entspannungsübungen durchgeführt, um das allgemeine Stressniveau der Betroffenen zu senken. Hoher Stress löst häufig körperliche Symptome oder verstärkt diese. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Therapie ist der Umgang mit typischen Bewertungsmustern. Katastrophisierende Bewertungen werden aufgedeckt. Es werden alternative Bewertungen erarbeitet, indem z.B. weitere mögliche Erklärungen für bestehende körperlicher Symptome gesammelt werden. Die Überschätzung der Wahrscheinlichkeit für eine schwerwiegende Krankheit als Ursache körperlicher Symptome wird relativiert.

In der nächsten Therapiephase liegt der Schwerpunkt auf typischen Verhaltensweisen wie „Body-Checking“ oder Rückversicherungsverhalten. Dazu werden die kurz- und langfristigen Vor- und Nachteile dieser Verhaltensweisen näher betrachtet. Verhaltensweisen, die die Krankheitsangst aufrechterhalten, werde reduziert. Dahingegen werden Aktivitäten, die aus Angst bislang vermieden wurden, wieder aufgebaut. Die Konfrontation mit angstbesetzten Situationen (z.B. Zeitungsartikel über Krankheit lesen, Sport machen), führt langfristig zu einem Abbau der Ängste. Teil der Therapie ist auch die Konfrontation mit unangenehmen Körperempfindungen, bei der die Angst typischerweise schrittweise abnimmt. Zudem erlauben diese Übungen, die eigenen Befürchtungen in Zusammenhang mit den Körpersymptomen zu überprüfen.

In der letzten Phase der Therapie werden ggf. zusätzlich bestehende psychische Symptome behandelt. Zudem werde hier in einer Rückfallprophylaxe kritische Situationen, die nach dem Ende der Behandlung auf die Betroffenen zukommen, besprochen und mögliche Strategien zur Bewältigung erarbeitet.

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